Im Erzeugungsbereich steht im kommenden Geschäftsjahr der hochmoderne Kombikraftwerksblock Simmering 1/2 zur Verfügung. Damit baut Wien Energie den Anteil an umweltfreundlichen und hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen weiter aus und steigert die Versorgungssicherheit in Wien zusätzlich. Fernwärme Wien kann zur Wärmeversorgung nicht nur auf die höheren Kapazitäten dieser Anlage zurückgreifen, sondern auch auf die Wärmeauskopplung aus der Abfallverbrennungslage Pfaffenau, die Mitte September 2008 in Betrieb genommen wurde.
Sowohl im Strom- wie auch im Gasnetzbereich gilt es durch laufende Investitionen den hohen Grad der Zuverlässigkeit sicherzustellen. Welche Herausforderung diese Aufgabe im bestehenden regulatorischen Umfeld darstellt und auch weiterhin darstellen wird, zeigt die Netztarifentwicklung im Strombereich: Am Ende der Regulierungsperiode 2009 werden die Netztarife um mehr als 40 % niedriger sein als zu Beginn der Liberalisierung 1999. Weitere Senkungen würden massive Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und -qualität haben, da Investitionen wirtschaftlich nicht mehr zu argumentieren wären. Der Ausbau des Fernwärmenetzes wird forciert und orientiert sich an der positiven Entwicklung der Kundennachfrage und an der städtebaulichen Expansion.
Im Vertrieb ist auch für die Folgejahre mit einer weiteren Zunahme des Wettbewerbs zu rechnen. Der wirtschaftliche Erfolg von Wien Energie wird daher zu einem wesentlichen Teil davon abhängen, inwieweit es gelingt, durch Fortsetzung der Maßnahmen zur Kundenbindung und -betreuung, durch ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis und maßgeschneiderte Preismodelle im Rahmen der bestehenden Partnerschaften zu überzeugen. Für die Fernwärme gilt es an die ausgezeichneten Verkaufserfolge der Vorjahre anzuschließen und das neue Geschäftsfeld Fernkälte zu intensivieren.
Wie das Geschäftsjahr 2007/2008 wiederholt gezeigt hat, stehen sowohl Umsatz- als auch Ergebnisverlauf von Wien Energie in starker Abhängigkeit zur Witterung und zur Preisentwicklung für Primärenergie und Strombezug. Es ist davon auszugehen, dass die Energiemärkte weiterhin durch volatile Entwicklungen gekennzeichnet sein werden. Bei konstanten Rahmenbedingungen lässt sich für das Geschäftsjahr 2008/2009 von einer stabilen Entwicklung der Umsatz- und Ertragslage ausgehen. Das Investitionsvolumen wird das Niveau des Geschäftsjahres 2007/2008 übersteigen. Die Schwerpunkte der Investitionsaktivitäten liegen mit dem kontinuierlichen Ausbau der Strom-, Gas- und Wärmeinfrastruktur einerseits auf dem Netzbereich und mit weiteren Anlagenoptimierungen auch auf dem Erzeugungsbereich.
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