Die österreichische Wirtschaft wird 2008 deutlich weniger stark expandieren als noch im Vorjahr (+3,1 %): WIFO und IHS prognostizieren ein Wirtschaftswachstum von 2 %. Der BIP-Zuwachs im gesamten Euro-Raum dürfte 2008 mit 1,2 % klar unter diesem Wert liegen. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind die nachlassende Dynamik der Konjunkturmotoren Exporte und Industrie sowie die hohen Energiepreissteigerungen, die für sinkende Reallöhne und somit weiterhin niedrige Konsumausgaben der privaten Haushalte sorgen. Die für 2008 prognostizierte Inflationsrate in Höhe von 3,4 % ist die höchste in Österreich seit 1993 (3,6 %). Rechnet man internationale Determinanten wie Energie und Nahrungsmittel heraus und betrachtet die Kerninflation, so beträgt diese nur 2,5 %. Dazu kommt, dass die Auswirkungen der Krise der globalen Finanzmärkte auf die Realwirtschaft vermutlich zu einer weiteren Eintrübung der Konjunktur führen, was wiederum mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit einhergehen wird.
Gemessen an der Heizgradsumme – der in der Energiewirtschaft üblichen Messgröße für den temperaturbedingten Energiebedarf – lagen die Temperaturen im Versorgungsgebiet Wien Energie im Berichtszeitraum geringfügig über dem langjährigen Durchschnittswert. Negativ auf den Gas- und Wärmeabsatz wirkte sich die überdurchschnittlich warme Witterungsentwicklung in den Wintermonaten Jänner, Februar und März 2008 aus. Im Vergleich zum außergewöhnlich warmen Witterungsverlauf der Vorperiode war es aber 2007/2008 noch immer um rund 22 % kälter.
Bis zum Ausbruch der Finanzkrise und den Auswirkungen der Krise auf die Realwirtschaft gingen die Primärenergiemärkte von einer deutlichen weltweiten Bedarfssteigerung aus. Vor dem Hintergrund der begrenzten Energieressourcen kletterte der Ölpreis bis Mitte des Jahres hinauf und erreichte am 3. Juli 2008 einen historischen Tageshöchstwert von 143,6 USD pro Barrel. Die massiv gestiegenen Primärenergie-Preise wurden für Europa durch den starken Euro abgefedert. Bis Ende September reduzierte sich der Ölpreis schließlich auf rd. 100 USD pro Barrel. In Summe lag im Wirtschaftsjahr 2007/2008 der durchschnittliche Preis für ein Barrel Brent auf Euro-Basis um rund 43 % über dem Vorjahreswert.
Quelle: Brent Rohöl auf Wochenbasis, e&t 13.10.08
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