Netze

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Geschäftsberich Netze

Die gesetzlichen Unbundling-Vorschriften für den Strom- und Gasmarkt verlangen eine gesellschaftsrechtliche Entflechtung der Netzinfrastrukturen. Wien Energie führt seit 1. Oktober 2005 das Stromnetz und seit 1. April 2002 – mit der Auslagerung des Gasgroßkundengeschäfts auf EconGas – das Gasnetz in eigenen Gesellschaften. Fern- und Nahwärmenetze einberechnet, kommt das Verteilernetz von Wien Energie auf eine Gesamtlänge von 27.564 Kilometern. Zudem betreibt Wien Energie ein Kupferkabelnetz und ein Lichtwellenleiternetz von rund 4.790 Kilometern Länge.

Strom

Das Stromnetz von Wien Energie zählt 21.896 Kilometer – und punktet mit einer hohen Ausfallsicherheit. Garant dafür ist der hohe Anteil von Kabelleitungen am gesamten Leitungsnetz: rund 83 %. Lediglich 17 % sind Freileitungen. Kundinnen und Kunden von Wien Energie können sich beruhigt zurücklehnen: Wien Energie bietet ihnen außerdem eine Versorgungssicherheit von 99,99 %.

Bild: Umspannwerk Nord
Umspannwerk Nord

Umspann- und Unterwerke

Derzeit wird elektrische Energie von den Kraftwerken und von den Übergabestellen zu benachbarten Netzen über die 400-Kilovolt (kV)- und die 110-Kilovolt-Hochspannungsebene zu den Umspannwerken transportiert. Dort erfolgt die Transformation auf die Spannungsebenen 10 bzw. 20 kV. Die Weiterverteilung der elektrischen Energie auf die Trafostationen geschieht über das sogenannte Mittelspannungsnetz. Die Trafostationen wandeln die Spannung von 10 bzw. 20 kV auf die Niederspannung von 400/230 Volt (V) um. Von den Trafostationen gelangt die elektrische Energie über das 400/230-V-Netz zu den Netzanschlüssen – den Übergabestellen zwischen dem Wien Energie- und dem Kunden-Stromnetz, das bei dem Hauptsicherungskasten beginnt.

Aktuell existieren 40 110-kV-Umspann- und Unterwerke. Die Umspannwerke Simmering (11. Bezirk), Süd (12. Bezirk), Kendlerstraße (16. Bezirk) und Nord (21. Bezirk) sind darüber hinaus Teil des 400-kV-Stromnetzes. So genannte Steuerstellen in den Umspannwerken Nord, Michelbeuern und Süd überwachen und steuern die Umspannwerke.

Neue Umspannwerke tragen der Entwicklung im Ballungszentrum Wien Rechnung. So verzeichnet beispielsweise der Großraum Schwechat einen erfreulichen Anstieg der Betriebsansiedlungen, und auch das Versorgungskonzept des expandierenden Flughafens Wien galt es zu adaptieren. Um die Beanspruchung des Umspannwerks Kaiserebersdorf zu verringern, wurde 2007 mit einem Investitionsvolumen von 15 Mio. EUR der Bau des Umspannwerkes Schwechat gestartet; die Fertigstellung erfolgte im Oktober 2008 nach elf Monaten Bauzeit. Die beiden 110-kV-Netzkunden OMV und Borealis werden direkt in diese Anlage eingebunden.

Der Spatenstich für die Errichtung des Umspannwerkes Hagenbrunner Straße in Gerasdorf bei Wien fand im April 2008 statt. Mit einem Investitionsvolumen von 17 Mio. EUR soll die neue Anlage ab 2010 die niederösterreichischen Gemeinden Gerasdorf, Hagenbrunn, Bisamberg, Enzersfeld und Langenzersdorf versorgen.

Modernisiert und ausgebaut wurde das Umspannwerk Simmering. Bis zur Inbetriebnahme im Oktober 2008 hat Wien Energie rund 15 Mio. EUR in die Erneuerung der 110-kV-Schaltanlage investiert – eine der größten und nunmehr auch modernsten ihrer Art in Europa.

Kabelkühlung 400-kV-Leitung

Mit der Errichtung von Kühlanlagen erhöht Wien Energie die Lebensdauer der für die Stromversorgung wichtigen 400-kV-Kabelverbindungen. Nach 30 Jahren Betriebsdauer der Kabel und einem Zuwachs der Energiebelastung wäre der Bau von zwei neuen, rund 26 Kilometer langen Kabelsystemen quer durch Wien notwendig – ein Aufwand, der sich durch die Inbetriebnahme der bereits im Kabelblock vorhandenen Kühlrohre und den Bau der Kühlanlagen auf viele Jahre aufschieben lässt. Die Kühlung erfolgt an vier Kühlstandorten, die quer über Wien verteilt sind (Umspannwerke Kendlerstraße, Kaunitzgasse und Simmering sowie Schaltstation Baumgasse). Hier wird das Kühlwasser aus dem Kabelblock zu den Kühlanlagen geführt, gekühlt und wieder zurückgeleitet.

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