Bei Wien Energie umfasst der Geschäftsbereich Produktion die Strom- und Wärmeerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) bei Wien Energie Wienstrom sowie die Wärmeproduktion aus Abfallverbrennung und Spitzenkesselanlagen bei Wien Energie Fernwärme. Ergänzend dazu erfolgt die Nahwärmeproduktion bei Wien Energie Energiecomfort.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr prägte kühle Witterung die Energieerzeugung; gleichzeitig kletterten die Preise an den Strombörsen aufgrund des steigenden Erdölpreises in die Höhe.
Wien Energie produziert Strom zu etwa 86 % in den kalorischen Kraftwerken an den Standorten Simmering, Donaustadt und Leopoldau. In diesen Anlagen wird durch Verbrennung zum Zweck der Stromerzeugung zunächst Wärme erzeugt. Heißdampf (Dampfturbinen), heißes Abgas
(z.B. Gasturbine) oder beides (Gas- und Dampfkraftwerk) treiben dann die Turbinen an. Die Wärmeerzeugung erfolgt in den kalorischen Kraftwerken von Wien Energie fast ausschließlich mit Erdgas und in Verbindung mit einer Kraft-Wärme-Kopplung.
Alle Wärmekraftwerke von Wien Energie sind mit Kraft-Wärme-Kopplung ausgestattet – und das schon seit rund einem Vierteljahrhundert. Wien Energie kann so seine Wärmekraftwerke „doppelt“ nutzen: indem nicht nur Strom erzeugt, sondern auch das „Nebenprodukt“ Abwärme sinnvoll eingesetzt und ins Fernwärmenetz eingespeist wird. Durch Wirkungsgrade von bis zu 86 % lässt sich der Bedarf an Primärenergieträgern reduzieren – und außerdem die Umwelt schonen. Etwa 59 % der gesamten Fernwärmeproduktion stammen aus KWK-Kraftwerken.
In Summe spart Wien Energie durch die Strom- und Fernwärmeerzeugung in Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung und in Abfallverbrennungsanlagen rund 2,6 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr ein.

Im Herbst 1988 erfolgte der Umbau des seit 1975 in Betrieb stehenden Gasturbinenkraftwerks Leopoldau in ein umweltfreundliches Gas- und Dampfkraftwerk (GuD). Dabei wird das heiße Abgas der Gasturbine zur Erzeugung von Dampf eingesetzt und dieser zum Antrieb der Dampfturbine verwendet; der Vorteil liegt in einem hohen Wirkungsgrad für eine bessere Energieausnutzung.
Das Kraftwerk Leopoldau, das über 140 Megawatt elektrisches Leistungs- und 170 Megawatt Fernwärmeauskopplungsvermögen verfügt, wird im Winter genutzt, um – in Verbindung mit Fernwärmeauskopplung – die Grundlast von Strom zu erzeugen, im Sommer dient es der Spitzenlastdeckung.
Das Kraftwerk Donaustadt, seit 2001 in Betrieb, ist eine der modernsten Anlagen Österreichs und zählt international gesehen zu den „Wirkungsgradweltmeistern“: Dank der neuesten Kraftwerkstechnik erreicht die Anlage mit Hilfe einer der weltweit größten Gasturbinenanlagen bei der reinen Stromerzeugung einen Wirkungsgrad von 58 %; durch die Kraft-Wärme-Kopplung lässt sich dieser sogar auf mehr als 86 % steigern. (Im Vergleich dazu erreicht ein durchschnittliches europäisches Kraftwerk nur einen Wirkungsgrad von rund 40 bis 43 %.)
Das Kraftwerk Donaustadt umfasst den Kombiblock 3 mit 395 Megawatt elektrischer und 250 Megawatt thermischer Leistung sowie den Block 1, der als Reserveanlage dient.
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