In den vergangenen Jahren wurde bei Wien Energie und den Wiener Stadtwerken ein umfassendes Risikomanagementsystem implementiert, das es möglich macht, Chancen wie Risiken frühzeitig zu erkennen und damit auch entsprechende Maßnahmen rechtzeitig zu setzen.
Gemäß den international anerkannten Ansätzen von COSO (=Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) umfasst der implementierte Risikomanagementprozess die Erhebung, Erfassung und Bewertung der Risiken aller Konzernunternehmen. Ein weiterer wesentlicher Teil des Prozesses liegt darin, dem Risiko gegensteuernden Maßnahmen zu initiieren. Einheitliche Instrumentarien wie ein Risikoerhebungsbogen und eine Risikodatenbank unterstützen die Durchführung des Prozesses optimal.
Die Einhaltung des revolvierenden Risikomanagementprozesses wird durch eine fix etablierte Risikomanagementorganisation sichergestellt. In allen Konzernunternehmen fungiert der Risikocontroller als zentraler Treiber des Risikomanagementprozesses. Für wesentliche Fachthemen (Finanzen, IT, Beteiligungen, Personal) und die betreffenden Risiken stehen Themenrisikocontroller als Experten zur Verfügung und bilden die Schnittstelle zu den Fachgremien dieser Themenbereiche. Das gewährleistet eine optimale Verwebung des Risikomanagementsystems mit der bestehenden Organisationsstruktur und verstärkt dessen Effektivität.
Als Anbieter von Energiedienstleistungen sind sowohl Wien Energie als auch seine Töchter unterschiedlichen Risiken in den Bereichen der Erzeugung, der Verteilung und des Vertriebs von Energie ausgesetzt. Um den durch die Liberalisierung geänderten Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen, hat Wien Energie während der letzten Jahre ein Risikomanagementsystem implementiert, das eine frühzeitige Erkennung von Chancen und Risiken sowie eine entsprechende Maßnahmensteuerung ermöglicht. Die Aufgaben des Risikomanagements werden bei Wien Energie und seinen Tochterunternehmen von Risikomanagement-Verantwortlichen wahrgenommen, die gemeinsam das Risikogremium der Wien Energie bilden.
Das operative Risikomanagement basiert auf einem revolvierenden Prozess, der mindestens einmal pro Jahr durchlaufen wird. Hierzu werden die Risiken in den Organisationseinheiten erhoben und in einer zentralen Datenbank erfasst und bewertet. Geeignete Maßnahmen werden definiert, deren Umsetzung und Wirkung auf die Beeinflussung der Risiken beobachtet und an die Geschäftsführung berichtet. Die Risikolandschaft umfasst die sechs Bereiche Erzeugung, Handel, Netze, Vertrieb, Umfeld und Organisation. In diesen Kategorien steuert die Wien Energie unter anderem folgende wesentliche Hauptrisiken:
Das Anlagenrisiko umfasst Schäden an sämtlichen Anlagen und Anlagenteilen im Erzeugungs- und Netzbereich. Diesen Betriebs- und Ausfallsrisiken begegnet Wien Energie mit genau geregelten Wartungs- und Qualitätskontrollen sowie mit regelmäßigen Instandhaltungs- und Investitionsprogrammen. Die absolute Zuverlässigkeit der technischen Anlagen zur Produktion und Verteilung von Energie bildet die Voraussetzung für die Geschäftstätigkeit der Wien Energie.
Diese Kategorie umfasst die Auswirkungen von Schwankungen der Öl-, Gas- und Strompreise. Im Sinne eines professionellen Risikomanagements deckt Wien Energie diese Preisrisiken durch entsprechende Absicherungsgeschäfte wie etwa derivative Finanzinstrumente auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten ab. Dazu werden Forwards, Futures und Swaps verwendet. Die Wertentwicklung der Finanzinstrumente hängt dabei im Wesentlichen von der Entwicklung der Rohstoffmärkte ab. Nähere Informationen sind unter dem Kapitel „Finanzinstrumente“ im Anhang zum Konzernabschluss zu finden.
Ausfallsrisiken gegenüber Endkunden werden durch permanentes Monitoring sowie ein darauf abgestimmtes Mahnwesen begegnet.
Zu den Marktrisiken zählen Preis- und Wettbewerbsrisiken im Vertriebsbereich. Wien Energie begegnet ihnen durch die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, durch eine aktive Verkaufspolitik sowie durch Partnerschaften und Kooperationen.
In diese Kategorie fallen kurz- bis langfristige Finanzveranlagungen. Ein konzernweites Treasury-System kontrolliert die Entwicklung anhand entsprechender Risikokennzahlen, wie z.B. Value at Risk, ergreift Gegenmaßnahmen und stellt die Berichterstattung an die Geschäftsführung sicher.
Per 30.9.2008 sind keine Risiken zu erkennen, die isoliert oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken bestandsgefährdende Auswirkungen für Wien Energie haben könnten.
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