Vor 40 Jahren hat Wien Energie Fernwärme erkannt, dass im täglichen Abfall mehr als nur wertloser Müll steckt – tatsächlich liefert er kostbaren Rohstoff zur Energiegewinnung. Denn die Wärme, die bei der Verbrennung von jährlich 900.000 Tonnen Abfall entsteht, lässt sich in Heizwärme und Warmwasser für Haushalte und Betriebe umwandeln.
In Wien werden rund 26 % der benötigten Wärme durch thermische Verwertung von Haus-, Industrie- und Sonderabfällen erzeugt. In greifbarere Zahlen gefasst: Derzeit versorgt Wien Energie rund 280.000 Haushalte und mehr als 5.500 Großkunden über ein rund 1.100 Kilometer langes Netz mit umweltfreundlicher und preisgünstiger Fernwärme. Tendenz: steigend.
Rund 300 Mio. EUR investiert Wien Energie in das Projekt Repowering Kraftwerk Simmering 1/2 – es wird eine der modernsten, effizientesten und umweltfreundlichsten Anlagen Europas. Nach seiner Inbetriebnahme im Winter 2008/2009 kann das neue Kraftwerk etwa 800.000 Haushalte und mehr als 7.000 Businesskunden mit Strom sowie knapp 200.000 Haushalte mit Wärme versorgen. Und: Berechnet man die Substitution von Öleinzelöfen durch Fernwärme ein, dann spart die neue Gas-und-Dampfturbinen-Anlage im Vergleich zu einem herkömmlichen Kohlekraftwerk mehr als eine Million Tonnen CO2 jährlich ein!
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bedeutet, dass die Abwärme, die bei der Stromerzeugung in Gaskraftwerken entsteht, sinnvoll genutzt wird, um Haushalts- und Businesskunden mit Wärme zu versorgen. Dadurch werden beim Endverbraucher Öl- oder Kohlebrenner, also typische CO2-Verursacher, überflüssig. Im konkreten Fall des Kraftwerks Wien Simmering wird durch die Kraft-Wärme-Kopplung sogar ein Wirkungsgrad von mehr als 81 % erreicht.
In den letzten 25 Jahren sind alle kalorischen Kraftwerke in Wien mit einer Kraft-Wärme-Kopplung ausgestattet worden. Seither sank auch der Ausstoß an Schwefeldioxid um 99 %, die Stickstoffemissionen gingen um 87 % zurück. In Summe spart Wien Energie durch die Strom- und Fernwärmeerzeugung in Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung und in Abfallverbrennungsanlagen künftig rund 3,7 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr ein.
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